Gesundheitsregion EUREGIO

Voneinander lernen und miteinander grenzüberschreitend erfolgreich sein

Grenzen überwinden – auch im Kopf! Ob Schlagbaum, Grenzkontrolle, Kultur oder Sprache: Barrieren kann es zwischen zwei Ländern auf den verschiedensten Ebenen geben und werden nur langsam überwunden. Die EUREGIO macht sich für ein einfacheres, gewinnendes Miteinander zwischen den Niederlanden und Deutschland stark. Dabei versteht sie sich als Drehscheibe und Vermittler zwischen den Niederlanden und Deutschland.

Die deutsch-niederländische EUREGIO wurde 1958 als erste Europaregion gegründet und fördert die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Bürgern, Unternehmen und Organisationen. In der EUREGIO wohnen circa 3,4 Millionen Menschen auf einer Fläche von 13.000 km². Etwa zwei Drittel der Einwohner und des Gebiets befinden sich in Deutschland und ein Drittel in den Niederlanden. Dem EUREGIO Zweckverband gehören 129 Städte, Gemeinden und Kreise aus dem Münsterland, dem südwestlichen Niedersachsen und den östlichen Niederlanden an.

Der Verein Gesundheitsregion EUREGIO mit rund 150 Mitgliedern in 17 Branchenschwerpunkten setzt sich zum Ziel, Akteure des Gesundheitswesens aus den verschiedensten Sektoren zur Förderung der öffentlichen Gesundheit zusammenzubringen, den Austausch und Dialog grenzüberschreitend zu aktivieren und Projekte zu initiieren. Dazu zählen insbesondere Dorfgemeinschaft 2.0, Apotheke 2.0 und Regionales Pflegekompetenzzentrum (ReKo).

In der EUREGIO nimmt der Strukturwandel Form an: Die Gesundheitswirtschaft trägt maßgeblich zur Profilstärkung der Region bei. Diesen Prozess gestaltet die Gesundheitsregion EUREGIO selbstbewusst und kompetent mit und präsentiert die Chancen, die sich durch den Strukturwandel für die internationale Region ergeben. 

Im EUREGIO-Gebiet gibt es bereits grenzüberschreitende Kooperationen von Krankenhäusern, Ärzten und Krankenversicherungen, die es Patienten ermöglichen, Leistungen im Nachbarland in Anspruch zu nehmen. Die grenzüberschreitende Abstimmung und Zusammenarbeit in der medizinischen Versorgung bleibt allerdings vereinzelt und hat somit keinen nachhaltigen Charakter. Die Herausforderung für ein grenzübergreifendes Gesundheitswesen liegt in der Unterschiedlichkeit der Systeme, der mangelnden Verfügbarkeit von Informationen über die Möglichkeiten im Nachbarland und in der Sprachbarriere.

Auf dem Weg zu einem Versorgungsgebiet soll auch ein grenzüberschreitender Gesundheitsraum entstehen, in dem die grenzüberschreitende Mobilität von Patienten selbstverständlich ist. Die EUREGIO setzt sich deshalb für den Abbau von Mobilitätshindernissen ein. Um das Ziel eines flächendeckenden und effizienten Gesundheitswesens zu erreichen, initiiert und unterstützt die EUREGIO zudem die grenzübergreifende Abstimmung und Planung der medizinischen Infrastruktur und Leistung.

Die Gesundheitsregion EUREGIO arbeitet seit Anfang 2018 mit dem World Trade Center Twente (WTC Twente) in Hengelo zusammen. So besteht die Möglichkeit, sich über den WTC Twente und der World Trade Centers Association (WTCA) mit mehr als 750.000 Unternehmen und Einzelpersonen in einem weltweiten Netzwerk von mehr als 280 lizenzierten Welthandelsorganisationen in 88 Ländern zu vernetzen. Ebenso gibt es Kooperationen mit Schulen, dem Handballbundesligisten HSG Nordhorn-Lingen und Ärztenetzen, so z. B. mit dem Grafschafter Ärztenetz und seinen 125 niedergelassenen Ärzten.

Der EU-Binnenmarkt hat seit seiner Gründung mehrere Millionen neuer Arbeitsplätze geschaffen und für einen zusätzlichen Wohlstand gesorgt. In allen europäischen Ländern führt der demografische Wandel in den nächsten Jahren zu einer verstärkten Nachfrage nach medizinischen und pflegerischen Leistungen. Der medizinische Fortschritt und technische Innovationen sorgen für weiteres zusätzliches Wachstumspotential. Die Bedingungen für Investitionen sind besser als je zuvor.

Mit dem Inkrafttreten der EU-Patientenmobilitätsrichtlinie Ende Oktober 2013 können Bürger ihre medizinischen Leistungen EU-weit frei wählen. Der Zugang zu Kliniken und Praxen jenseits der Grenze wird deutlich erleichtert. Gerade für Patienten, Leistungserbringer und Unternehmen in den Grenzregionen bringt das zusätzliche Vorteile.

Diese Chance nutzen – das war der entscheidende Impuls für unsere Gesundheitsregion EUREGIO zur Durchführung des 1. Deutsch-Niederländischen Gesundheitsforums in 2013 in Nordhorn gemeinsam mit der Deutsch-Niederländischen Handelskammer und weiteren Kooperationspartnern. „Voneinander lernen und miteinander erfolgreich sein“ lautet daher noch heute die Devise der Gesundheitsregion EUREGIO.

Bis heute werden die Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit nur ansatzweise genutzt. Die Vielfalt der Leistungsangebote, mangelnde Vergleichsmöglichkeit, Intransparenz und Regulierungsdichte der europäischen Gesundheits- und Finanzierungssysteme, sprachliche Barrieren und Risiken bei der Kostenübernahme von Behandlungen stellen die Patienten, Leistungsanbieter und Investoren im Gesundheitsmarkt gleichermaßen vor große Herausforderungen in der praktischen Umsetzung. Was ist bei der Leistungsabrechnung ausländischer Patienten zu beachten? In welchen Ländern und Gesundheitsbranchen lohnt es sich zu investieren? Welchen Herausforderungen muss sich ein Investor stellen? Gibt es Fördermöglichkeiten bei Projekten? Hier sind grenzüberschreitende und sektorenübergreifende Branchenkenntnisse erforderlich.

Zahlen, Daten und Fakten

Fläche: 13.000 km²

Einwohner: 3,4 Mio., davon zwei Drittel in Deutschland, ein Drittel in den Niederlanden

Mitglieder: 150

Branchenschwerpunkte:

Ärzte/Zahnärzte, Klinken, Pharma/Apotheken, Medizintechnik/Zahntechnik, Wissenschaft/Forschung, Beratung/Therapie, Recht/ Finanzen, Medien/Marketing, Unternehmensberatung, Architekten/Immobilien, Ernährung/Gesundheit, Beauty/Wellness, Tourismus/ Hotel, Rehabilitation/Pflege, Rettung/Versorgung/Logistik, Versicherungen/Krankenkassen, Tiergesundheit.

Universitäten: Osnabrück, Groningen (Prof. Dr. Alex Friedrich)

Hochschulen: Osnabrück (Campus Lingen)

Kontakt:

Gesundheitsregion EUREGIO e. V.

c/o EUREGIO-KLINIK Grafschaft Bentheim Holding GmbH

Thomas Nerlinger

Geschäftsführer, Vorstand, Projektleiter

Hohenkörbener Weg 42 (Besucheradresse)

Albert-Schweitzer-Straße 10 (Postfachadresse)

48527 Nordhorn

Tel. +49 59 21-84 10 06

Fax +49 59 21-84 10 09

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