NDGR-Workshop "Versorgungsherausforderungen und -lösungen in strukturschwachen Räumen" auf der 13. Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft

am 23./24. Mai 2017 in Rostock-Warnemünde

NDGR @ Nationale Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft 2017

Am 24. Mai 2017 hatte das Netzwerk Deutsche Gesundheitsregionen (NDGR e.V.) die Gelegenheit, bei der Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft 2017 in Rostock-Warnemünde ein Fachforum durchzuführen. Dank hierfür an die Veranstalter, die BioCon Valley und das Land Mecklenburg-Vorpommern. Und Dank auch an alle, die mitgewirkt haben.

Thema des ordentlich besuchten NDGR-Forums war "Versorgungsherausforderungen und -Lösungen in strukturschwachen Räumen". 

Wichtige Ergebnisse:

Ja, es gibt große Versorgungsherausforderungen in strukturschwachen Räumen - nicht nur in abgelegenen ländlichen Regionen, sondern oft auch in städtischen Agglomerationen, nämlich in Stadtteilen, die durch bildungsschwache und sozial schwache Bevölkerungsgruppen und durch einen hohen Anteil von Menschen  mit Migrationshintergrund geprägt sind. Während in ländlichen Regionen Schwierigkeiten bei der Erreichbarkeit von Krankenhäusern und Fachärzten Kopfschmerzen bereiten, gibt es in den umrissenen städtischen Regionen eine überdurchschnittlich ausgeprägt Morbidität und Mortalität. Und in den letzten Jahren sind verstärkt Menschen aus Südosteuropa und Nordafrika zugewandert, die gesundheitlich oft in einem sehr schlechten Zustand sind.

Nein, Patentlösungen zur Verbesserung der Versorgung können nicht von der Stange abgerufen werden. 

Aber: In den Gesundheitsregionen wird an innovativen Lösungskonzepten gearbeitet. In Mecklenburg-Vorpommern können insbesondere in den abgelegenen Teilregionen mit innovativen EHealth-Angeboten Kompetenzen gesteigert und Zugänge verbessert werden. In Schleswig-Holstein liegen innovative Konzepte für die weitere Verbesserung von Versorgungsstrukturen vor, etwa für den Bereich der Geburtshilfe, wo u.a. durch eine Stärkung der Rolle von Hebammen viel gewonnen werden könnte. In Dortmund (Gesundheitsregion Ruhrgebiet) spielt die Stärkung von Public Health eine wichtige Rolle, etwa durch den Ausbau der Gesundheitsförderung in den Willkommensklassen mit zugewanderten Schülern.

Und: Einen lernorientierten Austausch gab es in der Gesamtdiskussion u.a. zu der Frage, ob, wo und wie moderne Apps für die Gesundheitsarbeit bei besonders vulnerablen Gruppen genutzt werden können. Im Prinzip ja, jedoch ist es gerade bei verunsicherten Zugewanderten unerlässlich, auch auf kontinuierliche persönliche Kontakte zu setzen.

Das Programm des NDGR Forums in der Übersicht:

eHealth – Infrastruktur für die regionale Versorgung (nicht nur) im ländlichen Raum
Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann, MPH
Geschäftsführender Direktor des Instituts für Community Medicine sowie Leiter der Abteilung Versorgungsepidemiologie und Community Health der Universitätsmedizin Greifswald

Bildungsarmut und Gesundheit
Birgit Zoerner
Dezernentin für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Sport und Freizeit der Stadt Dortmund

Lösungsansätze für die Geburtshilfe in strukturschwachen Räumen
Ulf Werner
Senior Manager Integrated Care der OptiMedis AG, Hamburg

Projektinitiative PLASMA Wundzirkel
Norman Kalbfleisch
Mitarbeiter des Projekts PLASMA Wundzirkel des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie e. V. (INP Greifswald)

HerzEffekt MV: Vernetzte Versorgung bei chronischen Herzkrankheiten in Mecklenburg-Vorpommern gefördert vom Innovationsfonds
Dr. Sebastian Dries, MBA
Business Development Manager Connected Care der Philips GmbH Market DACH, Hamburg

Moderation
Prof. Dr. Josef Hilbert
Sprecher des Netzwerks Deutsche Gesundheitsregionen e. V.; Geschäftsführender Direktor des Instituts Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen